Dinnersextett · März 2009

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Das Dinnersextett ist eine Soundperformance in vier Akten (vier Menügängen) mit sechs AkteurInnen.

Ähnlich wie beim Sounddinner 2005 wurden auch hier wieder die Gläser, das Besteck und das Geschirr mit Kontakten präpariert. Sie sind verkabelt und somit zu Schaltobjekten umfunktioniert, die für das Auslösen von Klängen verwendet werden.

Während der Essenshandlung lösen die AkteurInnen Klänge aus und es entsteht ein Musikstück. Jede/er AkteurIn hat zu jedem Menügang die Möglichkeit, sich mit zwei Klängen/ Tönen (1.Essen/2.Trinken) in das Musikstück einzubringen. Die Personen steuern also essend einen Soundsampler via MIDI an.

Der Essensgenuss wird für die AkteurInnen durch das entstehende Klangefüge beeinflusst. Sie kommen in den Konflikt zwischen Konsumieren und Gestalten. Für das Publikum aber ist es einerseits ein Ortungsspiel für die Auslöseaktionen, weil es veranlasst wird, herauszufinden, woher die Klänge stammen und wer von den AkteurInnen sie auslöst. Andererseits wird die Performance eine Musikaufführung. Die Grundidee war, die Nahrungsaufnahme als gleichzeitige Abgabe von Musik zu zeigen.

Musik in Verbindung mit dem Essen ist in der Menschheit tief verankert. Hier soll das Essen die Musik bedingen. Das Besteck, das Geschirr und die Speisen werden zu Auslöseobjekten von elektronisch gespeichertem Klangmaterial. Typische Geschirrgeräusche und Unterhaltungen der AkteurInnen sind jedoch nicht zu hören. Das synästhetische Wechselspiel zwischen Essen und Hören steht im Mittelpunkt der Aktion. Die AkteurInnen dürfen essen, sind aber für den musikalischen Gesamteindruck verantwortlich.

Die Speisen sind so auf die AkteurInnen abgestimmt, sodass sie ihnen (hoffentlich) auch schmecken. Das „gute“ Essen und der passende Wein sollen zu einer mit Enthusiasmus präsentierten Klangkomposition verhelfen. Die Klangauswahl richtet sich nach dem jeweiligen Gang.

Menü

1. Akt: Grüner Spargel an Räucherlachs mit Oberskren und Kräuselpetersilie, Prosecco
2. Akt: Tomatensuppe mit Croutons, Wein
3. Akt: Karfiol-Käse Laibchen mit Joghurt-Kräutersauce und Salatgarnitur, Wein
4. Akt: Früchtesalat mit Schlagobers und Minzeblatt, Fruchtsauce, Wein

Das Musikwerk wurde aufgezeichnet, die gesamte Performance gefilmt.

Mitwirkende: Leander Brandl, Nicole Bizjak, Markus Stiglechner, Claus Sondergelt, Marlene Ertl, Gerhard Gross, Reinhold Traxler, Daliela Grach, Andreas Amtmann, Wolfgang Siebenhandl