Die Nutzung der Midi-Technologie als Impuls für das Fach Technisches Werken –
das I-CUBE-SYSTEM als schulrelevantes Beispiel

Dissertation, Christof Neugebauer, Kunstuniversität Linz, Studienrichtung Werkerziehung, 2003

Mit dem I-CUBE SYSTEM kann im Unterrichtsfach Technisches Werken in einer Verbindung mit Design, Umwelt und Technik die Empfindsamkeit für auditive, visuelle und kinästhetische Wahrnehmungen gesteigert werden. Es besteht aus einem analog/digital – Wandler und einer Editorsoftware. Sensoren und Schalter werden an den Wandler angeschlossen, deren Einsatzfunktionen definiert, sowie deren Empfindlichkeit über den PC eingestellt. Die Daten werden im Wandler gespeichert.

Das System wird auf seine Schulrelevanz hin untersucht und kann als Substitution für viele andere, ähnliche Systeme oder Geräte angesehen werden. Es schafft eine zeitgemäße Erweiterung des Faches Technisches Werken, weil es in der Lage ist, Altbewährtes mit Neuem aufzuwerten. Da Computertechnologien an den Schulen bereits als selbstverständlich gelten und vorwiegend im Fach Informatik zum Einsatz kommen, liegt es nahe, eine praktisch orientierte Computertechnologie für das Technische Werken vorzustellen und pädagogisch zu untersuchen.

Das I-CUBE-SYSTEM ermöglicht den Schülern, auditiv- visuell- taktil wahrnehmbare Werkstücke herzustellen, die ihnen Klang, Geräusch, Ton und Musik differenziert und in Zusammenhang mit „begreifbaren Materialien“ nahe bringt. Zur Realisierung dessen dient die MIDI- Technologie.

Der Versuch, anhand von pädagogischer und psychologischer Fachliteratur einen Weg in die Schulrelevanz dieses Systems zu schaffen, kann als geglückt betrachtet werden. Dies wurde durch Experimente in der Schule bewiesen. Es hat sich gezeigt, dass das I-CUBE-SYSTEM im Technischen Werken, aber auch in vielen anderen Unterrichtsbereichen ein wertvolles Werkzeug mit vielfältigsten Verwendungsmöglichkeiten für Schüler aber auch für Lehrer sein kann.

Datum des Rigorosums: 13.10.2003

Beteiligte Institute: Institut für Kommunikation-WERKERZIEHUNG (Kunstuniversität Linz), Lehrinstitut für das Schulpraktikum (Karl Franzens-Universität Graz)

Beteiligte Betreuer: O. Univ. Prof. MMag. art. W. Stifter, A. Univ. Prof. Mag. Dr. G. Iberer


Hier wird ein „Mindmap- Blockschaltbild“ für den Einsatz in der Schule gezeigt.
Es soll dazu dienen, die gesamte Systembenutzung auf einen Blick verständlich zu machen.


Schülerarbeit: „Skindrum“ (mit Spieler)

Die Idee bestand darin, den Hautkontakt für eine Trommel zu nützen. Es wurde eine „Oberschenkelhalterung“ erfunden, womit für die Trommel beim Spielen ein gewisser Halt gewährleistet war. Die Schlagfläche besteht aus „Hautsensoren“ (4 Viertel aus Kupferblech). Die vier Blechteile wurden so beschnitten, dass sie mit der Kreiskante zwar abschließen, sich aber nicht berühren. Die Schlagfläche wurde angebohrt, die Kabel durchgezogen, sowie zwischen Blech und Holz eingeklemmt und die Bleche festgeschraubt. Damit konnte auf eine Lötlampe verzichtet werden. Die Schlagfläche wurde anschließend auf die „Oberschenkelhalterung“ geschraubt. Trommelt man nun mit der Hand auf die linken oder rechten zwei Viertel, erklingt ein höherer oder tieferer Bongosound.


Schülerarbeit: „Skindrum“ (ohne Spieler)


Schülerarbeit: Ideenskizze für einen „Soundschuh“

Hier wurde ein Turnschuh zur Klangsteuerung umfunktioniert. Ein alter Turnschuh wurde aufgesägt, um dort zwei Piezoscheiben einbauen zu können. Piezoscheiben reagieren auf Druck und Erschütterung. Damit die Scheiben aber nicht sofort verbogen und damit zerstört werden, mussten kleine Schaumstofftäschchen angefertigt werden, in denen der Sensor zuerst Platz finden sollte, bevor er in den Schuh eingebaut wurde. Schwierig war auch die Verkabelung, denn der Schuh sollte ja nicht drücken. Die Scheibchen durften nur recht locker im Schuh liegen und erst unter dem Körpergewicht schalten. Erst nach einigen Tests wurden die Piezoscheiben zwischen die Gummisohlen eingeklebt. Die Schüler hatten sich Trommelschläge ausgesucht. Beim Belasten des Fußballens war ein höherer Schlag zu hören und beim Belasten der Ferse ein tieferer.


Der piezoelektrische Sensor wird in den „Soundschuh“ eingepasst


„Soundschuh“ (ohne Einlage) Durch ein Loch an der Ferse laufen die Kabel zu den Sensoren